Der blaue Planet

von Paul Tessmann

Auf einem Flug durch das Weltall erblickte ich einen mir bis dahin unbekannten Himmelskörper, sehr klein, doch in einem schönen blauen Schein leuchtend.

Ich flog auf dieses Leuchten zu, und je näher ich dem Himmelskörper kam, desto schöner erschien er mir: Ich begann, auf seiner Oberfläche unterschiedliche Farben zu erkennen, strahlendes Blau, leuchtendes Weiß, Grün in unterschiedlichen Tönen, Farbfelder von Gelb bis Braun, und darüber mehr oder weniger lockeres Weiß und Grau. Noch näher gekommen konnte ich Wasserflächen, Schneefelder, Waldgebiete und trockene Gebiete unterscheiden, zum Teil von Wasserwolken verdeckt oder durch sie hindurchscheinend, und dachte, dass, falls es in diesen abwechslungsreichen Regionen Lebewesen geben sollte, wie glücklich sie mit ihrem Leben in einer derart vielfältigen und schönen Umwelt sein sollten.
Und dann erkannte ich, noch näher heran gekommen, dass alle Landflächen von Mauern, Gräben und Zäunen durchzogen waren, vermutlich Barrieren und Grenzen, die anscheinend Bewohner daran hindern sollten, sich frei zu bewegen und andere Gebiete als die ihnen angestammten zu betreten.
Auch wenn ich keine Vorstellung von den Merkmalen hatte, die zu solchen Ausgrenzungen führen konnten, machte mich der Gedanke daran sehr traurig. Welch eine Verschwendung von Schönheit, die danach für mich nur noch eine scheinbare war.
Ich flog, sehr enttäuscht, zurück in das Weltall.