Das große Geschenk der Freundschaft und der Liebe

Freundschaft ist eine besonders wertvolle Beziehungsform unter Menschen.
Eine Freundschaft zeigt sich in einer vertrauensvollen und offenen Kommunikation. Nicht jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt, man kann auch mal einen Scherz machen, ohne missverstanden zu werden. Freundschaft zeigt sich auch in der Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit der Beziehung. Auf Freundschaft gibt es keinen Anspruch. So wie es keinen Anspruch auf Liebe gibt.

Es gibt auch keine Sicherheit, dass eine Freundschaft ewig hält. Eine Freundschaft ist also nicht so selbstverständlich, wie wir meinen. Das merken wir erst, wenn wir enttäuscht werden. Wenn der andere die eigenen Erwartungen an die Freundschaft nicht erfüllt.
Solche Enttäuschungen erleben wir besonders dann, wenn die eigenen Erwartungen an das Leben sehr hoch sind.
Missstimmung entsteht, weil wir uns die Welt irgendwie anders vorstellen, jedenfalls nicht so, wie sie gerade ist. Auch, weil wir uns die Menschen anders vorstellen, nicht so, wie sie gerade sind. Und überhaupt...
Wenn diese Stimmung sich breit macht, lohnt es sich, inne zu halten und das eigene Selbstver-ständnis einmal selbstkritisch zu überprüfen. Unsicherheit macht sich breit.
Diese Unsicherheit wirft mich auf mich selbst zurück. Das ist unangenehm, denn wir sind es nicht gewohnt, unsicher zu sein. Ich habe es erst lernen müssen, Unsicherheit auszuhalten. In dieser Phase fühlt man sich emotional sehr verletzlich. Es lohnt sich aber die Unsicherheit auszuhalten, denn nur über sie kommen wir zu einem neuen, bewussten Selbstverständnis über den großen Wert der Freundschaft.

„Ich glaube, das größte Geschenk, das ich von jemandem bekommen kann, ist, das er mich sieht, mir zuhört, mich versteht und mich berührt.
Das größte Geschenk, das ich einem anderen Menschen machen kann, ist ihn zu sehen, ihm zuzu-hören, ihn zu verstehen und ihn zu berühren.
Wenn das gelingt, habe ich das Gefühl, dass wir uns wirklich begegnet sind.“
Virginia Satir, Mein Weg zu dir, Kontakt finden und Vertrauen gewinnen, München 2007, 8.Auflage

2.12.2017